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#MiSA Chat: Neue Programmleitung am Standort St.Gallen

Alfred Schwen­dener hat die Programm­lei­tung Master in Sozialer Arbeit am Standort St.Gallen per 1. Juli 2025 über­nommen. Zeit für ein paar Fragen rund um die neue Heraus­for­de­rungen.

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Du bist ja nun kein neues Gesicht bei uns an der OST, du warst vorher schon stark im Master als Dozent und Modul­ver­ant­wort­li­cher enga­giert. Was hat sich nun konkret in deinem Arbeit­salltag verändert, seit du die Programm­lei­tung übernommen hast?

Nicht allzu viel. Die Programm­lei­tung des Masters am Standort St. Gallen macht im Vergleich zu meinen Tätigkeiten in der Bachelor- und Master­lehre sowie in der Forschung einen eher klei­neren Teil meines Pensums aus. Neu dazu­ge­kommen ist ein inten­si­verer und regelmässigerer Austausch mit unseren Master­ko­ope­ra­ti­ons­partner:innen in Bern und Luzern sowie mit den Master­stu­die­renden, den ich sehr schätze. Zudem bin ich Ansprechs­person für unter­schied­lichste Anliegen und Anfragen rund um den Master in Sozialer Arbeit bei uns an der OST. Dazu gehört auch die Infor­ma­tion und Bera­tung von allen, die sich für ein Master­stu­dium inter­es­sieren - per Mail, tele­fo­nisch oder im Rahmen der regelmässig statt­fin­denden Infor­ma­ti­onsanlässe, die ich gemeinsam mit meiner Kollegin und Master­ab­sol­ventin Valen­tina Zarra durchführe.

Was hat dich dazu bewogen, die Programm­lei­tung des Masters in Sozialer Arbeit für den Standort St.Gallen zu übernehmen?

Dafür waren mehrere Gründe ausschlag­ge­bend. Zum einen erachte ich das Master­stu­dium für die Profes­sion der Sozialen Arbeit als sehr wichtig, und es ist mir ein grosses Anliegen, zur posi­tiven Weiter­ent­wick­lung des Studien­gangs und damit auch der Profes­sion und Praxis insge­samt beizu­tragen. Zum anderen haben mich die posi­tiven Signale und der grosse Support der Kolleg:innen aus dem Depar­te­ment sowie meine sehr guten Erfah­rungen in der Zusam­men­ar­beit mit den Kolleg:innen in Bern und Luzern und in der Lehre bestärkt. Die Übernahme der Programm­lei­tung am Standort St. Gallen ist für mich zudem eine Fort­set­zung meines bereits seit längerem wach­senden Enga­ge­ments im Master. So hatte ich zuvor bereits die Co-Modul­ver­ant­wor­tung in mehreren Modulen übernommen und war Mitglied der Zulas­sungs­kom­mis­sion. Nicht zuletzt haben mich auch die neuen stra­te­gi­schen und orga­ni­sa­to­ri­schen Aufgaben und Gestal­tungsmöglich­keiten gereizt, ebenso wie der vermehrte fach­liche Austausch mit den Master­stu­die­renden.

Welche Ziele hast du dir für das erste Jahr in deiner neuen Funk­tion gesetzt?

Ein zentrales Ziel ist es, das Master­stu­dium sicht­barer zu machen und stärker als selbst­verständli­chen Bestand­teil eines Studiums in Sozialer Arbeit zu veran­kern. Dies sowohl bei den Bache­lor­stu­die­renden bzw. -absol­vent:innen als auch bei den Dozie­renden im Depar­te­ment und in der Praxis der Sozialen Arbeit. Die Möglich­keit, an Schweizer Fach­hoch­schulen ein Master­stu­dium in Sozialer Arbeit zu absol­vieren, besteht noch nicht sehr lange, und der Master befindet sich meines Erach­tens weiterhin in einer Phase der Etablie­rung. Histo­risch bedingt weist die Soziale Arbeit hier im Vergleich zu anderen Diszi­plinen und Profes­sionen einen gewissen Rückstand auf. Aber diese Geschichte gilt es weiter­zu­schreiben, um den gestie­genen Anfor­de­rungen an eine profes­sio­nelle Praxis der Sozialen Arbeit gerecht zu werden und die Soziale Arbeit sowie die Sozi­al­ar­bei­tenden auch im inter­dis­zi­plinären Kontext gut zu posi­tio­nieren.

Was sind deiner Meinung nach die wich­tigsten Gründe, warum Fach­per­sonen der Sozialen Arbeit nach dem Bache­lor­stu­dium auch den Master in Sozialer Arbeit absol­vieren sollten?

Dafür gibt es viele gute Gründe. Einen Grund habe ich bereits ange­deutet: Es ist proble­ma­tisch, wenn Sozi­al­ar­beiter:innen im Vergleich mit Fach­per­sonen aus anderen Diszi­plinen keinen gleich­wer­tigen Abschluss vorweisen können und dadurch möglicher­weise span­nende Schlüssel­po­si­tionen mit beson­deren Gestal­tungsmöglich­keiten nicht besetzen können, obwohl sie viel­leicht sogar besser dafür quali­fi­ziert wären als Mitbe­wer­bende. Den Master empfehle ich insbe­son­dere allen, die im sozialen Bereich mitge­stalten und etwas bewirken wollen, was häufig auch mit mehr Verant­wor­tung und leitenden Funk­tionen einher­geht. Der Master­ab­schluss quali­fi­ziert grundsätzlich für Stabs- und Kader­funk­tionen in unter­schied­li­chen Hand­lungs­fel­dern der Sozialen Arbeit. Allein aus karrie­re­tech­ni­schen Überle­gungen würde ich mich jedoch nicht für ein Master­stu­dium entscheiden. Am wich­tigsten ist aus meiner Sicht das genuine Inter­esse, sich vertieft mit der Profes­sion und Praxis der Sozialen Arbeit ausein­an­der­zu­setzen und sich fundiertes Fach­wissen anzu­eignen. Oder kurz gesagt: Die Lust am Studieren. Ein Master­stu­dium eröffnet schliess­lich auch akade­mi­sche Karrieremöglich­keiten, etwa als wissen­schaft­liche:r Mitar­beiter:in, Dokto­rand:in oder Dozent:in bis hin zu einer Professur an einer Fach­hoch­schule. Mich beein­druckt immer wieder, welche vielfältigen Wege und Karrie­re­schritte Master­stu­die­rende bereits kurz nach oder teil­weise sogar schon vor dem Studi­en­ab­schluss einschlagen und errei­chen, etwa als Geschäftsleiter:innen, in der Leitung von Sozi­al­diensten, als Fach­stellen- oder Projekt­leiter:innen und in vielen weiteren leitenden und gestal­tenden Funk­tionen.

Was möchtest du neuen Master­stu­die­renden mit auf den Weg geben?

Auf den Punkt gebracht: Macht euer Ding! Ich wünsche allen Master­stu­die­renden, dass sie das Studium nutzen können, um ihren fach­li­chen Inter­essen, Themen und Leiden­schaften vertieft nach­gehen zu können. So kann ein Studium zu einer beson­deren, viel­leicht sogar einma­ligen Zeit im Leben werden. Auch unkon­ven­tio­nelle Themen und Wege können, z.B. mit der Master-Thesis, einge­schlagen werden und führen zum Aufbau einer indi­vi­du­ellen, möglicher­weise einzig­ar­tigen Exper­tise, die auch für Arbeit­geber:innen attraktiv ist. Da die meisten Master­stu­die­renden berufs­be­glei­tend studieren, ergeben sich zudem zahl­reiche Möglich­keiten, indi­vi­du­elle Frage­stel­lungen aus der eigenen Praxis aufzu­greifen und im Studium vertie­fend zu bear­beiten.

Herz­li­chen Dank fürs Gespräch!

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