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#MiSA - Report: «Wenn man sich für Kaderstellen im Bereich der Sozialen Arbeit interessiert, bringt einen der Master sehr viel weiter.»
Philip Fehr leitet seit Februar 2023 die Abteilung Sozialhilfe der Stadt St.Gallen. Neben ihm arbeiten mittlerweile zwei weitere Absolventen des konsekutiven Masters in Sozialer Arbeit im Kader der Sozialen Dienste der Stadt St.Gallen. Im Interview erzählt er von seinen Erfahrungen und warum er davon überzeugt ist, dass sich das Masterstudium in Sozialer Arbeit lohnt.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Als Leiter der Abteilung bin ich für den Bereich Sozialhilfe zuständig. Ich bin für rund 60 Mitarbeitende verantwortlich. Einen Grossteil meines Tages verbringe ich tatsächlich mit Besprechungen, bearbeite Anträge und befasse mich mit laufenden und neuen Projekten. Zudem bin ich für meine Mitarbeitenden Ansprechperson bei personellen Fragen und natürlich auch in den offenen Rekrutierungen involviert. Meine Position ist auch eine Schnittstelle zur Politik. Ich bin regelmässig mit dem Stadtrat, Kommissionen des Stadtparlaments und weiteren Gremien im Austausch.
In welchen Bereichen arbeiten Absolvent:innen des konsekutiven Masters in Sozialer Arbeit bei dir in der Organisation?
Aktuell beschäftigen wir, inklusive mir selbst, drei ehemalige Absolvent:innen, welche alle im Kader beschäftigt sind. Wir hatten bereits Personen, welche in der Fallführung gearbeitet haben und das Masterstudium berufsbegleitend absolvierten. Personen mit diesem Profil würden wir auch zukünftig gerne wieder einstellen.
Du hast bereits Personen eingestellt, die den Master in Sozialer Arbeit abgeschlossen haben. Welchen Mehrwert bieten diese Masterabsolvent:innen, was bringen sie mit, was bei den Sozialen Diensten in der Praxis benötigt wird?
Vor allem wenn man sich für Kaderstellen im Bereich der Sozialen Arbeit interessiert, bringt einem der Master sehr viel weiter. Er baut auf dem generalistischen Bachelor auf und gewisse Themen, die ab Kaderstufe noch relevanter werden, werden im Bachelorstudium nur gestreift. Im Master können sich die Studierenden vertiefter mit solchen Inhalten beschäftigen. Ich stelle dies beispielsweise bei der Beurteilung von Studien fest. Mit dem Wissen aus dem Masterstudium kann eine wissenschaftliche Studie fundierter eingeordnet und beurteilt werden. Auch Projektmanagement und Organisationstheorien werden stärker thematisiert, wovon die Absolvent:innen profitieren. Gerade in Zeiten wie jetzt, wo viele Organisationen in Bewegung sind. Das Verständnis für entsprechende Sachverhalte ist somit schneller da und die Masterabsolvent:innen können sich aktiver in Diskussionen einbringen und effektiv mitgestalten.
Was würdest du sagen, was bringt das Masterstudium konkret als Ergänzung zum Bachelor in Sozialer Arbeit?
Neben dem aufbauenden Wissen zu Themen, die im Bachelorstudium lediglich angeschnitten werden, ist auch das Stichwort Netzwerk nicht zu vergessen. Man kommt mit anderen Masterstudierenden aus der gesamten Deutschschweiz zusammen. Ich persönlich habe auch die verschiedenen Standorte als absoluten Mehrwert empfunden, da ich andere Dozierende sowie auch andere Hochschulkulturen kennenlernen durfte. Der akademische Titel «Master» hat ausserdem den Effekt, dass die Absolvent:innen von aussen anders wahrgenommen werden. Der Titel hat nach wie vor mehr Gewicht und ermöglicht den Zugang zu anderen Stellen auf dem Arbeitsmarkt. Sowohl mit dem Bachelor als auch mit einzelnen CAS’ stösst man irgendwann an eine gläserne Decke, wo es nur mit einem Masterabschluss in der Tasche noch die Karriereleiter weiter hinauf gehen kann.
Herzlichen Dank fürs Gespräch!

