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#MiSA – Studie: Antifeminismus – eine potenzielle Gefahr für die Soziale Arbeit?

Lotte Verhagen hat im Januar 2025 ihre Master-Thesis abge­geben und den Master of Science in Sozialer Arbeit im Früh­ling 2025 erfolg­reich abge­schlossen. In ihrer Master-Thesis ging sie der Frage nach, wie sich Anti­fe­mi­nismus auf Social Media zeigt und welche Auswir­kungen und poten­zi­elle Gefahren dies für die Soziale Arbeit und ihre Hand­lungs­felder mit sich bringt.

  • #MiSA – Studie: Antifeminismus – eine potenzielle Gefahr für die Soziale Arbeit?

Die Master­ab­sol­ventin hat sich für diesen Themen­be­reich entschieden, da femi­nis­ti­sche Errun­gen­schaften und Werte sich mit jenen der Sozialen Arbeit überschneiden, so bspw. wenn es um Gleich­stel­lung, Diskri­mi­nie­rung, sexua­li­sierte Gewalt, Selbst­be­stim­mung oder gesell­schaft­liche Geschlech­ter­rollen geht. Social Media wiederum ist längst ein einfluss­rei­cher Faktor in der Gesell­schaft, in der Politik und auch bei jeder einzelnen Person, welche Social Media konsu­miert und nutzt. Zudem hat das Thema Anti­fe­mi­nismus in der Sozialen Arbeit Lotte Verhagen schon länger persönlich als Femi­nistin und Sozialpädagogin sehr inter­es­siert und gleich­zeitig auch beun­ru­higt. «Durch gesell­schaft­liche Verwer­fungen gerät Femi­nismus mehr denn je in die Kritik», sagt sie. Mit ihrer Arbeit möchte sie einen Beitrag dazu leisten, wie diese Strömung fass­barer gemacht werden und was die Profes­sion, und auch jede einzelne Person, unter­nehmen könne.

Begriffs­de­fi­ni­tion und Vorgehen

Was bedeutet der Begriff Anti­fe­mi­nismus überhaupt? Grundsätzlich möchte der Anti­fe­mi­nismus eman­zi­pa­to­ri­sche Bestre­bungen, femi­nis­ti­sche Errun­gen­schaften und Forde­rungen des Femi­nismus unterdrücken und verhin­dern. Anti­fe­mi­nismus als Gegen­be­we­gung zum Femi­nismus ist ein immer grösser werdendes gesell­schaft­li­ches Phänomen, welches unter anderem Hete­ro­nor­ma­tivität, patri­ar­chale Struk­turen und gewisse Macht­verhältnisse (wieder) herstellen und durch­setzen möchte. Auf den gängigen Social Media Kanälen zeigt sich dies durch Trends wie beispiels­weise «trad­wife & stay at home girl­friend» (eine sehr posi­tive Präsenta­tion des tradi­tio­nellen Fami­li­en­mo­dells, in welchem die Frau zuhause bleibt, den Haus­halt verant­wortet, allfällige Kinder weit­ge­hend allein betreut und keiner bezahlten Arbeit nach­geht) oder Hash­tags wie «prolife», welche bei Inhalten, die sich gegen Schwan­ger­schafts­abbrüche richten, verwendet werden, um nur zwei solcher Trends zu nennen. Auch die Gegen­be­we­gungs­seite, welche die femi­nis­ti­schen Werte erhalten möchte, schafft hier virale Hash­tags wie «wome­nin­ma­le­fields» oder auch das mitt­ler­weile breiter bekannte «metoo». Bei #wome­nin­ma­le­fields handelt es sich um Postings, worin Frauen absicht­lich die Verhal­tens­weisen annehmen, die sie bei Männern oft als toxisch empfinden und hinter­fragen diese auf humor­volle Weise. Lotte Verhagen hat eine kriti­sche Diskur­s­ana­lyse zum Thema auf Social Media durchgeführt. Diese Methode ermöglichte es ihr, das gesell­schaft­liche Phänomen des Anti­fe­mi­nismus’ greif- und sichtbar zu machen.

Gewon­nene Erkennt­nisse

«Anti­fe­mi­nismus stellt eine Gefahr für die Soziale Arbeit dar, sowohl für die Fachkräfte und die Menschen, mit denen sie arbeiten, als auch für die verschie­denen Arbeits­be­reiche und die Gesell­schaft insge­samt», stellt Lotte Verhagen fest. Da sowohl Anti­fe­mi­nismus als auch die Soziale Arbeit viele Überschnei­dungen hätten, seien sie beson­ders anfällig für anti­fe­mi­nis­ti­sche Inhalte. «Profes­sio­nelle der Sozialen Arbeit müssen sich des Phänomens Anti­fe­mi­nismus in den sozialen Medien bewusst sein und es anspre­chen, um ihre beruf­liche Inte­grität zu wahren» sagt Lotte weiter. Nur durch dieses Bewusst­sein könnten die grund­le­genden femi­nis­ti­schen Werte der Sozialen Arbeit im Berufs­alltag umge­setzt werden.

Persönlich für sie selbst als Frau, Femi­nistin und ausge­bil­dete Sozialpädagogin bedeuten die Erkennt­nisse aus ihrer Master-These für Lotte Verhagen folgendes: «Ich werde mich weiterhin regelmässig darüber infor­mieren, welche Themen auf Social Media aktuell sind. Zudem will ich meine queer­fe­mi­nis­ti­sche Grund­hal­tung verstärkt nach aussen tragen und vertrete den Stand­punkt, dass eine erhöhte Verschränkung mit der Politik unab­dingbar ist.»

 

 

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