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Tutor:in: eine Rolle mit Mehrwert für erfahrene Studierende

Lust, Unter­richts­luft zu schnup­pern? Master-Studie­rende der Sozi­alen Arbeit begleiten als Tutor:innen ausge­wählte Bachelor-Module und unter­stützen dabei die Dozie­renden in der Lehre. Dafür können sie sich nicht nur ECTS-Punkte anrechnen lassen, sondern profi­tieren auch für ihr eigenes Lernen und ihre persön­liche Weiter­ent­wick­lung. Ein Gewinn für die Studie­renden, die Dozent:innen und die Tutor:innen.

  • Tutor:in: eine Rolle mit Mehrwert für erfahrene Studierende

Anita Müller und Aaron Rhyner stehen vor der Klasse. Sie unter­richten Bachelor-Studie­rende im Kurs «Fall­stu­dien in der Sozi­alen Arbeit». Das Beson­dere daran: Während Aaron Rhyner als Senior Wissen­schaft­li­cher Mita­r­beiter an der Hoch­schule Luzern – Soziale Arbeit ange­stellt ist und regelmässig doziert, absol­viert Anita Müller das berufs­be­glei­tende Master-Studium in Sozi­aler Arbeit – und ist damit selbst noch Studentin.

Möglich macht diese Konstel­la­tion ein Tutorat. Master-Studie­rende ab dem zweiten Semester begleiten und unterstützen dabei Bachelor-Studie­rende im Rahmen von ausgewählten Lehr­ver­an­stal­tungen. Als Tutor:innen führen sie, mit Unterstützung der Dozie­renden, Semi­nar­sit­zungen selbstständig durch und sind Ansprech­per­sonen bei Fragen für die Studie­renden. Dabei lernen sie, Fach­wissen zu vermit­teln und Gruppen zu mode­rieren, stärken ihre Auftritts­kom­pe­tenz und erhalten didak­ti­sche Inputs. Das Tutorat wird zudem mit drei ECTS-Punkten «entlöhnt».

Persönlich weiter­kommen

«Meine Arbeit als Tutorin bringt mich inhalt­lich und metho­disch-didak­tisch weiter und unterstützt meine persönliche Weiter­ent­wick­lung», ist Anita Müller überzeugt. Sie ist bereits zum zweiten Mal als Tutorin tätig. Das erste Tutorat absol­vierte sie im Modul «Übungen im Lesen und Schreiben». Dabei coachte sie die Studie­renden im Schreiben von Essays. «Obwohl ich in meinem Leben schon einige wissen­schaft­liche Arbeiten geschrieben habe, konnte ich vom Modul auch selbst profi­tieren. Ich habe mein Know-how zum Zitieren und Belegen aufge­frischt und Tipps für mein Zeit­ma­na­ge­ment mitge­nommen. Das kommt mir nun beim Schreiben meiner Master-Arbeit zugute.» Auch im aktu­ellen Tutorat zum Fall­stu­dien-Kurs lernt Müller dazu: «Da ich wegen meines Quer­ein­stiegs keinen Bachelor in Sozi­aler Arbeit habe, hatte ich nie Fall­a­r­beit im Unter­richt. Diese fehlenden Grund­lagen kann ich nun mit dem Tutorat nach­holen.»

Ein Lern­feld für Didaktik und Agogik

Am meisten an ihrer Arbeit als Tutorin schätzt Anita Müller jedoch den Austausch mit den Studie­renden und Dozie­renden. «Ich finde es eine schöne Heraus­for­de­rung, den Studie­renden Wissen so zu vermit­teln, dass es nach­haltig ankommt. Es ist toll, dass ich ihnen so etwas mit auf den Weg geben kann.» Müller profi­tiert aber auch von der Erfah­rung der Dozent:innen, deren Module sie als Tutorin begleitet: «Ich darf ihnen beim Vorbe­reiten und Halten des Unter­richts über die Schulter schauen und von ihnen lernen. Dabei ermu­tigen sie mich, eigene Ideen einzu­bringen. Ich habe Freude am Lehren und an der Wissens­ver­mitt­lung, Agogik und Didaktik inter­es­sieren mich. Deshalb ist das Tutorat für mich ein faszi­nie­rendes Lern­feld.»

Erfah­rene Berufs­frau und Studentin

Anita Müller ist selbst eine erfah­rene Studentin und verfügt zudem über mehrjährige Berufs­er­fah­rung. Die 35-jährige Zürcherin, die heute in Luzern wohnt, hat bereits einen Bachelor in Sozi­al­wis­sen­schaften sowie einen Master in Deve­lop­ment Studies abge­schlossen. Heute arbeitet sie neben dem Studium in einem 60-Prozent-Pensum als Country Program Manager für die Demo­kra­ti­sche Repu­blik Kongo bei Connexio Develop in Zürich. In dieser Funk­tion ist sie verant­wort­lich für die Koor­di­na­tion und Weiter­ent­wick­lung von Projekten der inter­na­ti­o­nalen Entwick­lungs­zu­sam­me­n­a­r­beit in Berei­chen wie Gesund­heit, Bildung und Land­wirt­schaft. Während ihr kongo­le­si­scher Kollege Projekte mit lokalen Part­nern vor Ort koor­di­niert, ist Müller als dessen Ansprech­person in der Schweiz verant­wort­lich fürs Projekt­ma­na­ge­ment und zuständig für die Finan­zie­rung, das Moni­to­ring und die Bericht­er­stat­tung an die DEZA und diverse Stif­tungen.

Erfolg­rei­cher Quer­ein­stieg in den Master

Dass Anita Müller nun als Zweit­stu­dium den Master in Sozi­aler Arbeit macht, hat verschie­dene Gründe. Einer davon: Sie ist gerne nahe dran an den Projekten, an denen sie arbeitet. Doch während Müller, die Latein­ame­rika als zweite Heimat ins Herz geschlossen hat, früher in Ländern wie Chile und Mexiko vor Ort tätig war, ist sie heute aus privaten Gründen nicht mehr so flexibel. «Die Soziale Arbeit ist nahe dran an Menschen und Projekten. Das reizt mich und das suche ich für meine beruf­liche Zukunft in der Schweiz», erzählt sie. So entschloss sie sich zum Quer­ein­stieg ins Master-Studium in Sozi­aler Arbeit.

Hier fühlt sich die Weit­ge­reiste, die fünf Spra­chen spricht, am rich­tigen Ort: «Ich setze mich gerne vertieft mit Themen auf der Meta-Ebene ausein­ander. Im Master-Studium stehen zusätzlich zur Perspek­tive des direkten Klient:innen­kon­takts verstärkt Frage­stel­lungen auf der Syste­m­e­bene sowie sozi­al­po­li­ti­sche Zusam­menhänge im Fokus. Auch das wissen­schaft­liche Arbeiten entspricht mir.»

Erfah­rungen für die Zukunft

Im Verlauf der nächsten Monate wird Anita Müller ihr Master-Studium absch­liessen. Wohin ihr beruf­li­cher Weg sie danach führt, ist offen. Die Erkennt­nisse aus ihren zwei Tuto­raten werden sie aber begleiten: «Für mich sind sie Erfah­rungen für die Zukunft, denn ich kann mir gut vorstellen, irgend­wann als Dozentin zu arbeiten.»

Text: Eva Schümperli-Keller

 

Weitere Infor­ma­ti­onen

Anita Müller (35) absol­viert das berufs­be­glei­tende Master-Studium in Sozi­aler Arbeit, nachdem sie bereits einen Bachelor in Sozi­al­wis­sen­schaften sowie einen Master in Deve­lop­ment Studies abge­schlossen hat. Als Tutorin unterstützt sie derzeit Aaron Rhyner im Kurs «Fall­stu­dien in der Sozi­alen Arbeit» im Bachelor in Sozi­aler Arbeit. Neben dem Studium arbeitet sie als Country Program Manager für die Demo­kra­ti­sche Repu­blik Kongo bei Connexio Develop in Zürich in der Entwick­lungs­zu­sam­me­n­a­r­beit. In ihrer Frei­zeit liest Anita Müller viel und gerne, singt in einem Chor, tanzt Tango oder ist in den Bergen unter­wegs.

Tutorat

Master-Studie­rende ab dem zweiten Semester haben die Möglich­keit, Bachelor-Studie­renden als Tutor:in zur Seite zu stehen. Als erfah­rene Studie­rende begleiten und unterstützen sie Bachelor-Studie­renden im Rahmen ausgewählter Lehr­ver­an­stal­tungen. Sie sind dabei Ansprech­per­sonen für Fragen, übernehmen einzelne Teile der Lehr­ver­an­stal­tungen und unterstützen die jewei­ligen Dozie­renden. Damit üben sie das Vermit­teln von Fach­wissen, die Mode­ra­tion von Gruppen und stärken ihre Auftritts- und Präsenta­ti­ons­kom­pe­tenz. Für ein erfolg­rei­ches Tutorat werden 3 ECTS-Punkte in der Modul­gruppe «Wahlm­odule» ange­rechnet. Weitere Infor­ma­ti­onen zum Aufbau des Studiums hier

Trans­for­ma­tion gestalten - Das Master-Studium in Sozi­aler Arbeit

Das Master-Studium ermöglicht Fach­per­sonen aus der Sozi­alen Arbeit eine opti­male Posi­tio­nie­rung für anspruchs­volle Aufgaben in Praxis, Forschung sowie Lehre und eröffnet neue beruf­liche Aussichten. Der Master in Sozi­aler Arbeit ist eine Koope­ra­tion der Fach­hoch­schulen Bern, Luzern und St. Gallen. Neben den Basis­mo­dulen bieten die Stand­orte thema­ti­sche Schwer­punkte zur indi­vi­du­ellen Profilschärfung. Mit dem Projek­tate­lier und der Forschungs­werk­statt sowie in der Master-Arbeit können die Studie­renden aktu­elle Fragen aus der Praxis bear­beiten und ihr Forschungs­hand­werk erproben und schärfen.

Weitere Infor­ma­ti­onen zum Standort HSLU gibt es hier.

Infor­ma­ti­onen zum Koope­ra­ti­ons­master finden sich hier.

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